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Prävention zeigt Wirkung: Unfallzahlen auf Rekordtief

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat ihren Bericht „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – Berichtsjahr 2024“ vorgelegt. Sie kommt darin zu einem historischen Ergebnis: Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle liegt so niedrig wie nie zuvor.

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Worker wearing a green hard hat and safety vest climbs an industrial metal ladder on a construction site, looking upward.

Mit 810.399 gemeldeten Arbeitsunfällen liegt die Zahl im Jahr 2024 laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) auf einem neuen Tiefstand. Auch die Unfallquote sinkt auf 18,0 Unfälle je 1.000 Vollarbeitende – ebenfalls ein Rekordwert. Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle geht im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück, von 499 auf 440 Fälle.

Technischer Arbeitsschutz und klare Prozesse zahlen sich aus

Für BG prevent sind diese Zahlen ein starkes Signal: Prävention wirkt. Unternehmen profitieren, wenn sie in Arbeitsschutz investieren, Prozesse klären und Sicherheit im Alltag leben.

„Die Zahlen der BAuA bestätigen das, was wir in den Betrieben erleben. Dort, wo Betriebe Schutzmaßnahmen konsequent umsetzen und Beschäftigte aktiv einbinden, sinkt das Unfallrisiko deutlich“, sagt Philip Dehm, Fachkraft für Arbeitssicherheit bei BG prevent. Er unterstützt Unternehmen dabei, Risiken früh zu erkennen und praktikable Lösungen in den Arbeitsalltag zu integrieren.

Psychische Belastungen rücken stärker in den Fokus

Gleichzeitig zeigt der Bericht: Der Arbeitsschutz setzt heute andere Schwerpunkte. Der Fokus liegt nicht auf einzelnen psychischen Erkrankungen, sondern auf Arbeitsbedingungen und Strukturen, die psychisch belasten oder entlasten. Der Bericht legt dar, wie Betriebe Prävention und Arbeitsorganisation so gestalten, dass Beschäftigte gesund bleiben.

Hohe Arbeitsintensität als zentraler Belastungsfaktor

Ein weiterer Teil des Berichts zeigt auf Basis der Erwerbstätigenbefragung 2024 von Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und BAuA: Die Arbeitsintensität bleibt hoch. 64 Prozent der Beschäftigten geben an, dass Multitasking – also mehrere Aufgaben gleichzeitig zu betreuen – häufig Teil ihres Arbeitsalltags ist. Besonders betroffen sind Frauen, Beschäftigte im mittleren Erwerbsalter sowie Vollzeitbeschäftigte.

„In vielen Betrieben zeigen sich psychische Belastungen nicht auf den ersten Blick. Häufig spielen Arbeitsdichte, Zeitdruck oder unklare Abläufe eine Rolle. Wir schauen gemeinsam hin, machen Belastungen sichtbar und verbessern Abläufe“, erläutert Philip Dehm.

Mobbingprävention als Teil des ganzheitlichen Arbeitsschutzes

Der Bericht greift außerdem den aktuellen Mobbingreport des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales auf. Die Zahlen stammen aus einer repräsentativen Befragung von 5.015 Beschäftigten in Deutschland. Die Daten zeigen: 6,5 Prozent der abhängig Erwerbstätigen in Deutschland berichten, innerhalb eines halben Jahres mindestens einmal pro Woche oder häufiger von Mobbing am Arbeitsplatz betroffen zu sein. Davon geben 4,4 Prozent an, Mobbing durch Kolleg:innen erlebt zu haben, und 3,5 Prozent durch Vorgesetzte.

Besonders betroffen sind jüngere Beschäftigte: 11,4 Prozent der 18- bis 29-Jährigen berichten über Mobbingerfahrungen. Hohe Arbeitsintensität, Zeitdruck und unklare Aufgaben erhöhen das Risiko. Der Mobbingreport zeigt aber auch: Betriebe beugen Mobbing wirksam vor, wenn Führung klar handelt, Arbeit gut organisiert ist und Teams respektvoll zusammenarbeiten. Klare Zuständigkeiten, frühes Ansprechen von Konflikten und transparente Prozesse senken das Risiko deutlich.

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