Kleine Alltagsgewohnheiten können im Ernstfall große Folgen haben. Warum Brand- und Rauchschutztüren im betrieblichen Brandschutz lebenswichtig sind – und weshalb sie niemals offen stehen dürfen.
Ein kleiner Keil – mit großen Folgen
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Sie haben eine Lieferung bekommen und müssen mit Paketen ständig durch eine schwere Tür. Diese fällt immer wieder ins Schloss. Also schnell einen Keil darunter geschoben – ist ja praktischer und „nur für heute“. Was harmlos wirkt, kann im Ernstfall Leben kosten. Denn genau so beginnen viele Brandkatastrophen: mit einer offen gehaltenen Brand- oder Rauchschutztür.
In vielen Betrieben schleichen sich Türstopper, Keile oder Kabelbinder im Alltag ein. Spätestens bei einer Brandschutzbegehung fällt das auf. Türen haben eine lebenswichtige Aufgabe – und dürfen niemals eigenständig festgesetzt werden. Sie müssen im Gefahrfall geschlossen sein. Türen mit installierter Feststellanlage müssen sich automatisch schließen können. Diese Funktion darf nicht durch Verkeilen eingeschränkt oder außer Kraft gesetzt werden. Das Blockieren von Brandschutztüren verstößt gegen geltende bauordnungsrechtliche Vorschriften und die Arbeitsstättenregeln.
Brandschutztüren dienen als sogenannter Feuerschutzabschluss. Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo Brandabschnitte voneinander getrennt werden – zum Beispiel an Durchbrüchen in Brandmauern oder zu Treppenhäusern. Im Brandfall schließen sie sich selbstständig und verhindern, dass sich Feuer schnell auf weitere Bereiche ausbreitet. Die meisten Brandschutztüren sind entsprechend gekennzeichnet.
Rauchschutztüren haben eine andere, ebenso wichtige Funktion: Sie halten Rauch zurück. Sie unterteilen lange Flure, trennen Bürobereiche oder sichern Treppenhäuser. Ihre Stärke ist die Abdichtung – damit Flucht- und Rettungswege im Ernstfall für eine gewisse Zeit rauchfrei bleiben.
Rauch ist die größte Gefahr
Was viele unterschätzen: Nicht das Feuer, sondern der Rauch ist die größte Bedrohung bei einem Brand. Rauchgase sind hochgiftig – bereits wenige Atemzüge können zur Ohnmacht oder gar zum Tod führen. Rund 95 Prozent der Todesopfer bei Bränden sterben durch Rauchvergiftung. Rauchschutztüren und allgemein geschlossene Türen können hier den entscheidenden Unterschied machen.
Sicherheit gemeinsam leben
Machen Sie im Team regelmäßig deutlich:
Das Festsetzen von Brand- und Rauchschutztüren ist kein Kavaliersdelikt.
Im Schadensfall kann es als grob fahrlässig gelten – mit möglichen haftungs- oder strafrechtlichen Folgen.
Die Türen schützen Menschen, nicht nur Sachwerte oder Gebäude.
Im Schadensfall drohen:
Bußgelder
Kürzung der Versicherungsleistung oder Ablehnung
Persönliche Haftung der Verantwortlichen
Ein zusätzlicher Punkt: Verkeilte Türen können sich verziehen und müssen durch zertifizierte Fachfirmen repariert werden. Das kann teuer werden.
Sie haben Fragen zum Brandschutz?
Ihre Brandschutzbeauftragte, Ihr Brandschutzbeauftragter oder Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit bei BG prevent beraten Sie gerne.
