BG prevent CEO Prof. Dr. Thomas Auhuber stellt fünf Thesen zu 50 Jahren Arbeitsschutz vor und verdeutlicht, warum dieser eine unterschätzte Ressource für gesellschaftliche Gesundheit und Resilienz ist.
„Wir müssen Prävention völlig neu denken."
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Bonn, 28. Mai 2026 – Die Arbeitswelt steckt mitten in der digitalen Transformation, während die Gesundheitsvorsorge auch im Kontext des Arbeitsschutzes oft noch in alten Strukturen feststeckt. BG prevent, der bundesweit größte überbetriebliche Dienstleister für Prävention in der Arbeitswelt, feiert sein 50-jähriges Bestehen. Anlässlich des Jubiläums blickt CEO Prof. Dr. Thomas Auhuber in die Zukunft: „Wir müssen Prävention völlig neu denken." Sein Ziel: Die Demokratisierung von Gesundheit und ein neues Verständnis von Arbeitsfähigkeit. Sie müsse neu verstanden werden als Kern von Lebensfähigkeit.
Was bedeutet Arbeitsschutz heute im Vergleich zur Gründungszeit von BG prevent?
„Der Kernauftrag bleibt der gleiche wie vor 50 Jahren: Wir schützen Menschen vor Risiken. Aber die Welt um uns herum rast“, erklärt Prof. Dr. Thomas Auhuber anlässlich des Jubiläums. „Früher ging es um harte körperliche Gefahren. Heute prägen KI, Verdichtung und Effizienzdruck den Alltag, wodurch Arbeitsschutz immer mehr auch psychische Faktoren abdecken muss.“
Prof. Dr. Thomas Auhuber sieht den Arbeitsschutz an einem historischen Wendepunkt. Er präsentiert fünf Thesen, wie Unternehmen und Politik die Weichen für die nächsten Jahrzehnte stellen müssen:
1. Gesundheit muss demokratisch werden.
Medizinisches Wissen darf kein Geheimnis von Expert:innen bleiben. Gleichzeitig sollte Gesundheit nicht nur Privatsache sein. Wir müssen Daten verständlich machen, damit jede und jeder Mitarbeitende, jede:r Bürger:in, eigenverantwortlich handeln kann. Daten helfen uns dabei, die Vorsorge zu demokratisieren. Nur wenn wir diese richtig nutzen, um aus ihnen neue Standards der Prävention abzuleiten, können Menschen langfristig für ihre Gesundheit sorgen. „Arbeitsschutz bedeutet hier nicht mehr nur, Unfälle im Betrieb zu vermeiden, sondern ist ganz klar Teil einer breiteren gesellschaftlichen Gesundheitsstrategie“, ordnet Prof. Dr. Thomas Auhuber ein. „Und gesunde, arbeitsfähige Mitarbeitende schaffen resiliente Organisationen.”
2. Prävention braucht Fakten, kein Bauchgefühl.
Wir müssen Daten nutzen, nicht nur um Leben zu retten. Um Risiken frühzeitig zu erkennen – noch bevor eine Krankheit überhaupt entsteht – müssen wir Daten intelligent auswerten und gezielt in Prävention und Vorsorgeuntersuchungen investieren. So lässt sich das sogenannte Präventionsparadox auflösen, das wirksamer Vorsorge bis heute im Weg steht: Eine Maßnahme, die für die gesamte Bevölkerung einen enormen Nutzen hat, bringt dem Einzelnen oft nur wenig. Bleibt beispielsweise eine Herz-Kreislauf-Erkrankung dank eines früh erkannten Bluthochdrucks und entsprechender Gegenmaßnahmen aus, wird die Vorsorgeuntersuchung an sich fälschlicherweise oft als unnötig angesehen. „Diesen Trugschluss müssen wir ein für alle Mal widerlegen, um den Wert von Prävention für alle Menschen sichtbar zu machen“, so Prof. Dr. Auhuber.
3. Prävention ist Gestaltung von Lebensfähigkeit.
Wer Menschen nach einer Erkrankung schnell zurück in den Job holt, rettet Lebensentwürfe. Entscheidend dabei ist, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Arbeit bedeutet Struktur, soziale Kontakte und Selbstwert. Dass wir Arbeitsfähigkeit erhalten, sichert auch die Lebensqualität jedes und jeder Einzelnen. „Wenn die Arbeitswelt sich so rasant verändert, wie es heute der Fall ist, müssen wir auf gesellschaftliche Werte neu fokussieren: Was ist uns menschliche Arbeit wert? Woran messen wir Produktivität? Wo nutzen wir und wo verzichten wir bewusst auf KI?“, fragt Prof. Dr. Thomas Auhuber. „Arbeitsfähigkeit wird zum Seismographen gesellschaftlicher und individueller Stabilität.“
4. Prävention muss sich lohnen – auch finanziell.
Das aktuelle System reagiert oft zu spät. Wir kurieren lieber, statt vorzusorgen. Die gesetzliche Unfallversicherung zeigt jedoch, wie es besser geht: Wir investieren heute in die Vorsorge, um morgen teure Behandlungen und Renten zu vermeiden. Dieser präventive Ansatz schützt unser gesamtes Sozialsystem. „So wie auch unsere Kunden sich zukunftsfähig aufstellen, wenn sie in Prävention investieren,“ ist Auhuber überzeugt. Umgekehrt entstehen um ein Vielfaches höhere Kosten für Gesellschaft und Unternehmen, wenn Prävention ausbleibt. Deshalb muss Prävention stärker eingefordert bzw. incentiviert werden – im Zweifel durch ein Bonus-Malus-System, das Fehlverhalten bestraft und korrektes Verhalten belohnt.
5. Prävention ist ein gesellschaftliches MUSS.
Weil das Gesundheitssystem immer teurer wird und wir immer mehr Krisen ausgesetzt sind, müssen wir jetzt handeln. Prävention ist kein nettes Extra, sondern eine Pflicht. Das erfordert manchmal auch den Mut zu einer „notwendigen Übergriffigkeit“. Prof. Dr. Thomas Auhuber erklärt: „Wer sich für die Gesundheit von anderen einsetzen möchte, handelt immer auch auf eine gewisse Art und Weise grenzüberschreitend. Wer aber den Wert der Vorsorge erkennt, wird das nicht als einen Eingriff in die Privatsphäre empfinden, sondern als notwendige Schadensabwehr.“
Arbeitsmediziner:innen gestalten die Zukunft der Gesundheitsvorsorge
Das Rollenbild wandelt sich fundamental: Der bzw. die Arbeitsmediziner:in entwickelt sich vom klassischen „Betriebsarzt“ hin zum/zur strategischen Berater:in für gesunde Arbeitssysteme. Er leistet einen Beitrag zur Organisationsentwicklung und übernimmt eine aktive Rolle in der Prävention. Arbeitsmedizin und Arbeitsschutz sind die stille Systemreserve für Resilienz. „Wir feiern heute nicht nur die Vergangenheit“, betont Prof. Dr. Auhuber anlässlich des 50. Jubiläums von BG prevent. „Wir starten in eine Ära, in der wir Prävention endlich konsequent umsetzen. Damit sorgen wir heute schon für die gesunde Arbeitswelt von morgen.“
Weitere Informationen
Prof. Dr. Thomas Auhuber steht gerne für Interviews und Hintergrundgespräche zur Verfügung.
Pressekontakt:
Storypark GmbH, Eva Friese, Tel. 040-239686131, eva@wearestorypark.dePressestelle BG prevent:
Britta Pesch, Tel. 0228 40072-108, presse@bg-prevent.de
