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Eingliederungsmanagement: Fürsorge leben, Fachkräfte sichern

Wer nach einer ernsthaften Erkrankung wieder arbeiten möchte, braucht mehr als einen freien Schreibtisch. Wie die Rückkehr in den Job wirklich gelingt und welche Rolle Unternehmen dabei spielen, erklärt Astrid Baumgärtner, Expertin für Betriebliches Eingliederungsmanagement bei BG prevent.

BEM-Gespräch unter Kollegen

Eine ernsthafte Erkrankung trifft nicht immer die anderen. Manchmal fällt plötzlich eine bewährte Führungskraft aus, eine langjährige Fachkraft, ein engagierter Kollege – für Wochen oder Monate. Und dann? Wie finden Beschäftigte zurück in den Arbeitsalltag? Wer trägt Verantwortung – und wie kann ein Unternehmen dabei unterstützen?

Für Unternehmen jeder Größe ist das entscheidend. Fällt wichtiges Know-how weg, spüren das Teams – je nach Struktur – unterschiedlich stark. Während kleinere Betriebe Ausfälle oft unmittelbarer auffangen müssen, verfügen größere Organisationen über mehr Puffer.

Gleichzeitig gilt: Entscheidend für eine gelingende Rückkehr ist nicht die Größe, sondern wie ein Unternehmen damit umgeht. Ein wertschätzendes Miteinander und klare Prozesse sorgen dafür, dass ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) funktioniert.

BEM-Fall? Wir übernehmen.

Ihre Mitarbeiterin oder Ihr Mitarbeiter ist langzeiterkrankt. Sie müssen handeln. BG prevent begleitet Sie durch das gesamte BEM-Verfahren – strukturiert und individuell. Sie konzentrieren sich auf Ihr Tagesgeschäft. Wir kümmern uns um den Rest.

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Was ist BEM – und warum geht es uns alle an?

Arbeitgeber müssen BEM gesetzlich anbieten, sobald Mitarbeitende länger als sechs Wochen innerhalb von zwölf Monaten arbeitsunfähig sind (§ 167 SGB IX). BEM hilft, Arbeitsunfähigkeit zu überwinden, erneuten Erkrankungen vorzubeugen und den Arbeitsplatz zu sichern.

Das klingt zunächst bürokratisch – ist aber in Wahrheit eine große Chance für jedes Unternehmen, das langfristig gesund und leistungsfähig bleiben will. Denn ein gut umgesetztes BEM zeigt: Wir kümmern uns. Und genau das macht den Unterschied.

Wie funktioniert ein gutes BEM?

Ein wirksames BEM braucht klare Strukturen und eindeutige Verantwortlichkeiten. Alle Beteiligten müssen wissen, welche Aufgabe sie im Prozess übernehmen und an welcher Stelle sie eingebunden sind. Das schafft Orientierung, schützt sensible Informationen und stärkt das Vertrauen der betroffenen Beschäftigten. Gleichzeitig verhindert es, dass BEM bei allgemeinen Gesprächen stehen bleibt: Aus Hinweisen werden konkrete Maßnahmen, aus Maßnahmen werden verbindliche Schritte und aus verbindlichen Schritten entsteht eine tragfähige Rückkehr an den Arbeitsplatz.

Typische Schritte sind:

  • Einladung zur Teilnahme: Der Arbeitgeber lädt die betroffene Person ein. Die Teilnahme bleibt freiwillig. Wichtig ist, dass Ziel, Ablauf, Datenschutz und mögliche Beteiligte verständlich erklärt werden.

  • Analyse der individuellen Situation und Belastungen: Im BEM arbeiten Arbeitgeber, betroffene Beschäftigte und weitere Stellen zusammen. Dazu können die betriebliche Interessenvertretung, die Schwerbehindertenvertretung, der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin, Führungskräfte sowie externe Reha- oder Leistungsträger gehören.
    Welche weiteren Personen oder Stellen am BEM teilnehmen, klären Arbeitgeber und betroffene Beschäftigte im Einzelfall. Der Arbeitgeber kann fachlich sinnvolle Beteiligte vorschlagen. Die betroffene Person entscheidet mit ihrer Zustimmung, wer eingebunden wird. Entscheidend bleibt, wer dazu beitragen kann, eine tragfähige Rückkehr an den Arbeitsplatz zu ermöglichen.

  • Gemeinsame Planung passender Maßnahmen: Arbeitgeber, betroffene Person und – je nach Situation – weitere Beteiligte entwickeln gemeinsam geeignete Schritte. Dazu können etwa Anpassungen des Arbeitsplatzes, veränderte Aufgaben, technische Hilfen, arbeitsmedizinische Beratung oder eine stufenweise Wiedereingliederung gehören.

  • Begleitung der Rückkehr, z. B. durch stufenweise Wiedereingliederung: Die vereinbarten Maßnahmen werden von den jeweils zuständigen Stellen umgesetzt – zum Beispiel durch Führungskräfte, Personalbereich, Arbeitsschutz oder externe Leistungsträger. Die im BEM beratende Person begleitet den Prozess, hält den Kontakt zur betroffenen Person und prüft gemeinsam mit ihr, ob die Rückkehr gut gelingt.

  • Evaluation zur Weiterentwicklung der BEM-Maßnahmen: Nach einer vereinbarten Zeit prüfen alle am BEM Beteiligten, ob die Maßnahmen helfen oder angepasst werden müssen. So bleibt BEM kein einmaliges Gespräch, sondern ein lernender Prozess.

Entscheidend ist dabei der Perspektivwechsel: Arbeitgeber, BEM-Berater:in und weitere beteiligte Stellen richten den Blick nicht auf die Diagnose der betroffenen Person, sondern auf die Frage, was Arbeit wieder möglich macht. Welche Aufgaben passen? Welche Belastungen lassen sich reduzieren? Welche Unterstützung braucht die betroffene Person konkret? Genau das macht den Unterschied: dass BEM-Berater:innen ihre Fälle klar strukturieren und individuell betrachten. 

BEM: Fachkräfte sichern statt ersetzen

BEM wird in einer alternden Gesellschaft immer wichtiger. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) beschreibt das Betriebliche Eingliederungsmanagement als Instrument, das Beschäftigungsfähigkeit erhält, Arbeitsplätze sichern kann und Unternehmen dabei hilft, auf den demografischen Wandel zu reagieren.

Ein BMAS-Forschungsbericht zeigt zudem, dass in der Praxis eine strukturierte Wiedereingliederung die Chancen auf eine nachhaltige Rückkehr in den Beruf verbessert – besonders dann, wenn Unternehmen frühzeitig handeln, individuelle Lösungen entwickeln und alle relevanten Beteiligten einbeziehen.

Es geht also nicht nur darum, dass Mitarbeitende zurückkehren, sie sollen langfristig arbeitsfähig bleiben.

So wird BEM zu einem wichtigen Baustein der Fachkräftesicherung: Unternehmen behalten Wissen, Erfahrung und Arbeitskraft im Betrieb. Beschäftigte erhalten zugleich eine realistische Perspektive, dauerhaft weiterzuarbeiten.

Praxisnah und individuell: Welche Maßnahmen helfen wirklich?

Die Lösungen sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Häufige Ansätze sind:

  • Stufenweise Wiedereingliederung (Hamburger Modell)

  • Anpassung des Arbeitsplatzes

  • Flexible Arbeitszeiten oder mobiles Arbeiten

  • Qualifizierung oder Versetzung

  • Reha-Maßnahmen

Aus ihrer Erfahrung in der BEM-Beratung weiß Astrid Baumgärtner, Expertin für betriebliches Eingliederungsmanagement bei BG prevent: Standardlösungen greifen oft zu kurz. Entscheidend ist, Maßnahmen gemeinsam zu entwickeln und regelmäßig anzupassen.

BEM einfach erklärt: So gelingt die Rückkehr in den Arbeitsalltag

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Expertin

Astrid Baumgärtner

Astrid Baumgärtner

Expertin für Betriebliches Eingliederungsmanagement

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