Zuversicht hilft uns, Situationen differenzierter wahrzunehmen, Herausforderungen anzunehmen und auch in anspruchsvollen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Dr. Nina Elberich, Psychologin bei BG prevent, erklärt, warum Zuversicht mehr ist als positives Denken und welche Rolle sie für Gesundheit, Arbeitsleben und persönliche Entwicklung spielt.
Wie wir Zuversicht stärken
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Frau Dr. Elberich, wie kann ich heute zuversichtlich sein?
Dr. Nina Elberich: Zuversicht bedeutet, Herausforderungen realistisch wahrzunehmen. Gleichzeitig vertrauen wir darauf, dass wir Wege finden, mit ihnen umzugehen. Gerade in einer Welt, die sich schnell verändert, hilft diese Haltung. Sie richtet den Blick nicht nur auf Risiken, sondern auch auf Möglichkeiten. Sie gibt Orientierung und unterstützt uns dabei, aktiv und handlungsfähig zu bleiben.
Was unterscheidet Zuversicht von Optimismus?
Dr. Nina Elberich: Optimismus meint oft die Erwartung, dass sich alles zum Guten entwickelt. Zuversicht geht einen Schritt weiter: Sie bedeutet, auch dann Vertrauen in die Zukunft zu haben, wenn der Ausgang einer Situation ungewiss ist. Es geht nicht darum, sicher zu wissen, dass alles positiv ausgeht. Entscheidend ist das Vertrauen, mit unterschiedlich möglichen Ergebnissen umgehen zu können.
Warum fällt vielen Menschen Zuversicht manchmal so schwer?
Dr. Nina Elberich: Unser Gehirn reagiert besonders sensibel auf Risiken, Probleme und negative Nachrichten. Das ist ein evolutionsbedingter und ganz natürlicher Schutzmechanismus. Dadurch bewerten wir Situationen häufig einseitig problemorientiert. Und gleichzeitig beachten wir mögliche Entwicklungen, die wir aktiv mitgestalten können, sowie vorhandene Ressourcen und Unterstützungsformen weniger. Umso wichtiger ist es, den eigenen Blick bewusst zu erweitern und auch gelingende Aspekte sowie Handlungsspielräume wahrzunehmen.
Welche Rolle spielt Zuversicht im Arbeitsalltag?
Dr. Nina Elberich: Eine sehr große. Teams und Unternehmen erleben regelmäßig neue Herausforderungen und unsichere Situationen. Zuversicht hilft, Veränderungen anzunehmen, gemeinsam Lösungen zu entwickeln und den Blick auf das Machbare zu richten. Dabei entsteht sie nicht nur in einzelnen Menschen. Sie wächst auch, wenn Teams gemeinsam erleben: Wir können etwas bewirken.
Können Führungskräfte Zuversicht fördern?
Dr. Nina Elberich: Ja. Menschen orientieren sich in unsicheren Situationen oft an ihrem Umfeld. Führungskräfte können Zuversicht fördern, wenn sie transparent kommunizieren, realistische Perspektiven aufzeigen und Erfolge sichtbar machen. Es geht nicht darum, Schwierigkeiten zu beschönigen, sondern darum, Vertrauen in die gemeinsame Bewältigung von Herausforderungen zu stärken.
Wie lässt sich Zuversicht im Alltag stärken – und warum ist das wichtig für die Gesundheit?
Dr. Nina Elberich: Hilfreich ist der bewusste Blick auf das, was wir beeinflussen können. Oft investieren wir viel Energie in Dinge, die außerhalb unseres Einflussbereichs liegen. Wer die eigenen Handlungsmöglichkeiten erkennt und nutzt, erlebt sich selbst als wirksam. Das stärkt die Zuversicht und unterstützt einen konstruktiven Umgang mit Belastungen.
Fragen Sie sich deshalb regelmäßig: Was ist mein nächster sinnvoller Schritt? Welche Stärken, Erfahrungen oder Unterstützungsmöglichkeiten kann ich nutzen? Zuversicht entsteht oft dort, wo wir unsere Energie wirksam lenken können: bei dem, was wir tatsächlich beeinflussen können.
Angebot
Manchmal braucht Zuversicht einen Impuls von außen. Unser Employee Assistance Program (EAP) unterstützt Beschäftigte vertraulich bei beruflichen und privaten Herausforderungen.

