Warum sind Pausen im Arbeitsalltag so entscheidend? Helena Trinz, Beraterin im Gesundheitsmanagement bei BG prevent, erklärt, weshalb kurze Erholungsphasen keine verlorene Zeit sind, sondern die Grundlage für langfristige Leistungsfähigkeit. Außerdem gibt sie praktische Tipps, wie Sie und Ihre Beschäftigten Pausen aktiv nutzen können.
Wie Sie richtig abschalten und dabei aktiv bleiben
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Seit zwei Stunden sitzt Frau Schneider am Bildschirm. Ein Termin jagt den nächsten, zwischendurch schnell eine E-Mail, das Mittagessen "nebenbei“. Als sie schließlich aufsteht, zieht es im Nacken, die Augen brennen, der Kopf fühlt sich schwer an. "Pause mache ich später“, denkt sie – wie so oft.
Viele Beschäftigte kennen solche Tage. Arbeitsdruck, enge Abstimmungen und volle Kalender führen dazu, dass Pausen als verzichtbar erscheinen. Doch genau das ist ein Trugschluss. Helena Trinz, Beraterin im Gesundheitsmanagement bei BG prevent, berät Unternehmen seit fünf Jahren und hat eine klare Botschaft: "Arbeitspausen sind kein Luxus, sondern essenziell. Wer regelmäßig innehält, arbeitet konzentrierter, gesünder und langfristig erfolgreicher.“
Wer dauerhaft ohne Erholung arbeitet, greift dagegen die eigenen Reserven an. Mögliche Folgen: Man wird müde, kann sich schlechter konzentrieren und der ganze Körper ist verspannt. Denn Menschen sind keine Maschinen. Leistungsfähig bleiben wir nur, wenn sich Belastung und Regeneration abwechseln. Dazu gehört es auch, neben den gesetzlichen Pausen und dem wohlverdienten Urlaub im Laufe des Tages immer mal wieder kurz innezuhalten.
Mach mal Pause – aber richtig
Als reguläre Pausen gelten Unterbrechungen von 15 bis 45 Minuten innerhalb einer Arbeitsschicht. Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) schreibt vor, dass Beschäftigte mit einer Arbeitszeit von 6 bis 9 Stunden täglich mindestens 30 Minuten Pause machen müssen. Zusätzlich empfiehlt die Beraterin Kurzpausen von ein bis fünf Minuten – besonders bei Tätigkeiten mit hoher Konzentration oder langem Sitzen.
Denn ob im Büro, im Außendienst oder im Homeoffice: "Der Mensch ist eben nicht für stundenlanges statisches Sitzen gemacht", erklärt Helena Trinz. Längere Sitzphasen erhöhen das Risiko für Rückenbeschwerden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Stoffwechselerkrankungen.
Am besten aktiv!
Erholung lässt sich auch nicht auf den Feierabend verschieben. So hilft regelmäßiger Sport nach der Arbeit nur bedingt. Nur wenn Beschäftigte Belastungen zeitnah ausgleichen, kann ihr Körper einen ganzen Arbeitstag – und ein Arbeitsleben – leistungsfähig bewältigen. Entscheidend ist daher, kleine Bewegungsstrategien fest in den Alltag zu integrieren. Dabei reichen oft schon wenige Minuten, um Körper und Geist spürbar zu entlasten.
Aktive Pausen können dabei besonders wirkungsvoll sein. Schon wenige Minuten gezielter Bewegung bringen den Kreislauf in Schwung, lockern verspannte Muskulatur und fördern die Durchblutung – auch im Gehirn. "Untersuchungen belegen die positiven Effekte auf Arbeitsgedächtnis und Wohlbefinden, selbst bei sehr einfachen Übungen“, ergänzt die Expertin.
So bleiben Sie in Bewegung
Es gibt viele Möglichkeiten, um am Arbeitsplatz eine aktive Pause einzulegen. "Stellen Sie sich einfach einen Timer und stehen Sie alle 30 bis 45 Minuten auf“, rät Helena Trinz.
Sie können auch Telefonate im Stehen führen und immer mal einen kurzen Gang durchs Büro machen. Gönnen Sie vor allem Ihren Augen regelmäßig eine Pause: Schauen Sie dafür alle 20 Minuten für 20 Sekunden in etwa 20 Meter Entfernung. Gut ist auch langsames Schulterkreisen, zehnmal nach hinten und nach vorne. Auch die Handgelenke brauchen Unterbrechung von der Dauerbelastung: Spreizen Sie regelmäßig Ihre Finger und drücken Sie diese sanft nach unten.
Und vielleicht ist jetzt ein guter Moment, einfach mal kurz aufzustehen?

